Bremse hinten / Beläge wechseln und Überholen
aus Corradotechnik, der freien Wissensdatenbank
Folgende Werkzeuge werden benötigt:
- Drahtbürste
- Zange
- Schlichtfeile
- 1 großer und ein kleiner Schraubendreher
- 17er und 13er Steckschlüssel (Ratsche)
- 15er Maulschlüssel
- Schleifpapier
- Rostlöser
- Kupferpaste oder Bremsenfett
- eventuell Antisizepaste und Druckluft (Starke Lungen tun es aber auch :-))
Als erstes muss man die Radschrauben lösen und das Fahrzeug anheben. Beachtet bitte bezüglich des Anhebens diese Hinweise! Nun die Radschrauben entfernen und das Rad abnehmen..
Hier geht es darum das leidige Problem einer festsitzenden Hinterradbremse zu lösen. Die macht sich gerne durch Quitschgeräusche beim Anfahren bemerkbar. Auch das Quitschen wärend der Fahrt kann sehr oft an einer schwergängigen Bremse liegen, was hierdurch auch behoben werden kann.
Nun muss das Handbremsseil ausgehangen werden. Dazu am Bremssattel den Hebelarm mit einem Schraubendreher herunter drücken und das Ende des Seils (Pfeil) mit einer Zange herausziehen.
Jetzt muss unten noch die Halteklammer für das Handbremsseil entfernt werden. Einfach einen Schraubendreher zwischen Seil und Klammer treiben und die Klammer leicht heraushebeln.
Jetzt kann der Bremssattel vom Bremsträger abgeschraubt werden. Die Hohlschraube dazu die obere und die untere M8er Maschinenschraube mit einem 13er Schlüssel oder Steckschlüssel lösen und dabei den Führungsbolzen mit einem 15er Maulschlüssel gegenhalten. Die Schrauben gehen recht schwer heraus, weil die mit Schraubensicherungsmittel eingesetzt wurden. Bei der Montage entweder originale neue Schrauben einsetzen (Teilenummer 321 615 141 ca. 1,60 €) oder die alten Schrauben mit neuem Sicherungsmittel einsetzen.
Der Anzugsdrehmoment beträgt 35 Nm. Vorsicht: Wenn man das Gewinde im Führungsbolzen überdreht, dann wirds recht teuer. Ein neuer Bremsträger kostet ca 55,-€.(alle Corrados, alle BJ) Die Führungsbolzen sind leider nicht einzeln erhältlich.
Jetzt gehts ans sauber machen. Den Bremskolben an der Stirnseite, die gegen den Bremsbelag drückt vorsichtig mit Schleifpapier von Rost befreien. Dabei nicht die Gummisicke beschädigen. Auch hier wieder Vorsicht. Nicht probieren den Kolben mit gewalt zurück zu drücken. Dabei wird die Mechanik für die Automatische Handbremsnachstellung beschädigt. Wenn bei dieser Aktion gleichzeitig neue Beläge eingebaut werden sollen, dann muss der Kolben mit mässigem Druck, sowie gleichzeitigem drehen quasi hereingeschraubt werden. Dafür gibt es bei VW natürlich ein Spezialwerkzeug (3131), man kann sich aber mit einer kleinen Schraubzwinge und einer Sprengringzange behelfen. Schraubzwinge so ansetzen, das man den Kolben unter leichten Druck setzen kann und mit der Sprengringzange den Kolben im Uhrzeigersinn (rechts) herein drehen. Wenn es nicht mehr weiter geht, die Zwinge wieder etwas nachstellen. Das dann so lange wiederholen, bis der Kolben bündig mit dem Bremssattel ist.
Jetzt kann man auch den Bremssattelträger von altem Bremstaub, Rost und sonstigem Schmutz befreien. Dazu die Führungen der Bremsbeläge mit einem Schraubendreher und/oder Feile aäubern. Damit keine scharfen Kanten bleiben, habe ich die Stellen dann noch mit 400er Schmirgelpapier nachgeschliffen. Den kompletten Bremsträger und den Sattel habe ich dann noch mit der Drahtbürste gereinigt und anschließend mit Druckluft abgeblasen.
Am Bremsträger werden nun die Beläge abgenommen, zumindest so weit wie es geht. Bei mir war auf beiden Seiten der hintere Belag festgerostet. Er hat sich zwar noch ganz leicht bewegt, aber man konnte ihn nicht abnehmen. Ich habe den Belag an den Kontaktpunkten zum Bremsträger mit Rostlöser besprüht und nach ein paar Minuten mit recht viel Karft und einer Zange heraus gezogen.
Wenn keine neuen Beläge eingesetzt werden, müssen die Rückseiten der Beläge ebenfalls gesäubert werden. Dazu habe ich die Beläge mit der Drahtbürste bearbeitet. Wenn der Belag aber so wie dieser hier aussieht, sollte man sich besser einen Satz neue Beläge kaufen.(Teilenummer 1H0 698 141 E ca. 45 € oder ATE Nr. 602937 39 €). Mit sowas fährt man nicht mehr jenseits der 200 km/h Grenze.
Jetzt kann man mal testen, ob der Bremsbelag wieder richtig in den Bremsträger rutscht. Wenn nun alles OK ist, die gereinigten Rückseiten der Bremsbeläge dünn mit Bremsenfett oder Kupferpaste bestreichen und wieder in den Bremsträger legen.
Zusatz: Ich mache an alle Stellen der Beläge die andere Teile berühren immer Kupferpaste drauf, so hatte ich noch nie Probleme mit quitschenden Bremsen.
Zusatz: Bei mein VR sind bei den Brfemsen hinten noch 2 kleine Bleche montiert, auch unter diese mache ich erst etwas Kupferpaste, und dann oben drauf noch einmal bevor die Beläge rein kommen.
Jetzt müssen nur noch die Führungsbolzen aus dem Bremsträger genommen werden, das alte meißt verharzte Fett von den Bolzen und der aus der Führungsbohrung entfernt werden. Und natürlich die Bolzen dann neu einfetten. Dazu nimmt man wieder das Bremsenfett oder Kupferpaste.
Nun das ganze in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen. Wenn die Beläge erneuert wurden, muss das Bremspedal mindestens 40 Mal bei ausgeschalteter Zündung mit mässigem Druck getreten werden, damit sich der automatische Nachstellmechanismus für die Handbremse wieder einstellt.
Vielen Dank an Dirk (Dirk@ds-one.de), der uns diese ausführliche Anleitung zur Verfügung stellt!
Andy-Corrado 21:19, 28. Jan 2006 (CET)


